Anliegerstraße · Tempo 30 · rund 1.000 Fahrzeuge an Messtagen

Versprechen und Wirklichkeit

Eine Anliegerstraße unter Dauerbelastung

Warum Beschilderung und Fahrbahnverengungen das Problem bislang nicht gelöst haben.

Worum es geht

Die Straße ist nicht für Durchgangsverkehr bestimmt

Nach dem Zeitungsbericht von 2022 ist ein rund 700 Meter langer Abschnitt des Lippstädter Wegs zwischen Emsweg und dem Bereich der Fleischerei Austermeyer als Anliegerstraße ausgewiesen. Lastwagen dürfen dort nicht passieren.

Tempo 30, Verkehrsbuchten und eine Anliegerregelung sollten die Wohnstraße beruhigen. Die Fotos und Messdaten zeigen jedoch, dass Verkehr weiterhin durch die Straße rollt und dass die gewünschte Geschwindigkeitsdämpfung nicht zuverlässig erreicht wird.

Für die Bewohner ist das kein theoretisches Planungsthema. Kinder, Fußgänger und Radfahrer teilen sich den engen Raum mit Autos, landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Lieferverkehr und gelegentlichen Kolonnen.

Mehrere Autos hintereinander im Lippstädter Weg
Mehrere Fahrzeuge in der Wohnstraße. Kennzeichen wurden für die Webfassung unkenntlich gemacht.
„Die Bürger des Lippstädter Wegs wollen einfach nur die Lebensqualität erhalten und die Sicherheit für die Kinder hier gewährleistet bekommen.“
Bürgerinitiative Anliegerstraße Lippstädter Weg, Präsentation vom 18. Juli 2023
Fahrbahnverengung und Bordsteine im Lippstädter Weg
Die vorhandenen Verkehrsinseln und Einengungen verändern den Straßenraum, verhindern vollständige Durchfahrten aber nicht.

Gut gemeint reicht nicht

Bauliche Maßnahmen müssen messbar wirken

Eine Verkehrsberuhigung ist nicht deshalb erfolgreich, weil sie gebaut wurde. Sie ist erfolgreich, wenn sie Menge und Geschwindigkeit des unerwünschten Verkehrs nachweisbar senkt.

Der Zeitungsartikel beschreibt, dass die Hoffnungen nach den Umbauten enttäuscht wurden. Die städtische Messung von 2020 weist bei Tempo 30 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 38 km/h, V85 von 46 km/h und einen Spitzenwert von 79 km/h aus.

Breite Fahrzeuge können die Einengungen weiterhin passieren. Gleichzeitig entstehen enge Begegnungssituationen direkt an Gehweg, Grundstückszufahrten und Wohnhäusern.

Nach wie vor

Die zentralen Kritikpunkte der Bürgerinitiative

Die Präsentation von 2023 fasst die Lage in fünf Punkten zusammen. Die Formulierungen auf dieser Seite sind sachlich gebündelt und auf die zugrunde liegenden Quellen zurückgeführt.

1

Hohe Belastung

Rund 1.000 Fahrzeuge pro Tag an den Messtagen im August 2022 und zusätzlicher Ausflugsverkehr am Wochenende.

2

Ungeeignete Wegweisung

Nach Darstellung der Initiative ist der Soldatenfriedhof weiterhin am Eingang des Lippstädter Wegs ausgeschildert.

3

Zu hohes Tempo

Mehrere Messreihen dokumentieren V85-Werte deutlich oberhalb von 30 km/h.

4

Fehlende Gesamtlösung

Ein transparentes Konzept für Durchgangs-, Besucher- und Berufsverkehr wurde den Anwohnern nach eigener Aussage nicht vorgelegt.

5

Zusätzliche Belastung

Die Planungen zu Gedenkstätte, Parkplätzen, Gewerbegebiet und Straßenausbau können den Druck auf die Route erhöhen.

6

Zu wenig Kontrolle

Die Initiative verlangt Kontrollen nicht nur des Tempos, sondern auch der Anliegerregelung.

Chronik

Das Problem ist seit Jahren bekannt

2016

Frühe Verkehrsmessung

Der Pressebericht nennt 1.783 erfasste Fahrzeuge, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km/h und V85 von 38 km/h.

2017

Geschwindigkeitsdisplay

Eine Auswertung ergab laut Pressebericht 28 km/h im Durchschnitt und V85 von 33 km/h. Die subjektive Wahrnehmung der Bewohner blieb dennoch kritisch.

2018

Weitere Messung

Im Artikel wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h und ein V85-Wert von 37 km/h genannt.

2020

Mehr als 100 Unterschriften und neue Messdaten

Die Bürgerinitiative übergab eine Unterschriftenliste. Im Dezember wurden 9.645 Fahrzeuge erfasst; die amtliche Auswertung weist 87 Prozent Überschreitungen aus.

2022

Presse, Kreismessung und eigene Beobachtungen

Der NW-Artikel erschien im Juni. Im August zählte der Kreis an zwei Tagen rund 1.000 Fahrzeuge täglich. Im Herbst folgten drei Stichproben und eine Zwei-Punkt-Beobachtung.

2023

Erneute Zählung

Die Auswertung der Messtage im Februar ergab im Mittel 893 Fahrzeuge pro Tag. Die Bürgerinitiative stellte die Ergebnisse im Juli zusammen.

Heute

Weiterhin keine dauerhaft wirksame Lösung

Nach Darstellung der Initiative besteht die Belastung fort. Ziel bleibt eine überprüfbare Reduzierung des unerlaubten Durchgangsverkehrs.

Der nächste Schritt

Die Daten liegen vor. Jetzt muss eine Wirkung folgen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Verkehr vorhanden ist. Entscheidend ist, welche Maßnahme den Durchgangsverkehr tatsächlich reduziert und wie ihr Erfolg kontrolliert wird.