Anliegerstraße · Tempo 30 · rund 1.000 Fahrzeuge an Messtagen

Klar, überprüfbar und lösungsorientiert

Was jetzt geschehen muss

Fünf konkrete Schritte, damit die Anliegerstraße tatsächlich als Anliegerstraße funktioniert.

Unsere Forderungen

Nicht die nächste Symbolmaßnahme

Die Bürgerinitiative verlangt keine pauschale Sperrung aller Mobilität. Anwohner, Besucher, Lieferdienste, Rettungsfahrzeuge und berechtigter landwirtschaftlicher Verkehr müssen erreichbar bleiben. Unnötige vollständige Durchfahrten sollen jedoch wirksam verhindert werden.

  1. Eine wirksame Durchfahrtsbarriere prüfen und umsetzen

    Die Lösung muss vollständige Abkürzungsfahrten unattraktiv oder unmöglich machen und berechtigten Verkehr weiterhin zulassen. Varianten sind fachlich zu vergleichen, nicht vorschnell politisch abzuräumen.

  2. Tempo und Anliegerregelung regelmäßig kontrollieren

    Nicht nur Geschwindigkeit messen, sondern auch die Einhaltung von „Anlieger frei“ sichtbar kontrollieren und Verstöße konsequent ahnden.

  3. Besucher- und Berufsverkehr eindeutig umleiten

    Soldatenfriedhof, Gedenkstätte, Besucherparkplätze, Gewerbegebiet und Ausflugsziele müssen über geeignete Straßen ausgeschildert und in digitalen Navigationssystemen richtig geführt werden.

  4. Ein transparentes Verkehrskonzept vorlegen

    Das Konzept braucht Ausgangsdaten, Zielwerte, Maßnahmen, Zuständigkeiten und Termine. Nach der Umsetzung muss gemessen werden, ob sich Menge, Tempo und Durchfahrten tatsächlich verändern.

  5. Einen Runden Tisch mit Ergebnis und Frist einberufen

    Anwohner, Politik, Stadtverwaltung, Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Fachplanung müssen gemeinsam Varianten bewerten. Am Ende stehen Entscheidung, Verantwortliche und Zeitplan – nicht nur ein weiteres Gespräch.

Bauliche Prüfoption

Bauliche Verkehrsberuhigung funktioniert anderswo

Dass Tempo 30 allein nicht automatisch zu niedrigen Geschwindigkeiten führt, zeigen auch die Messungen am Lippstädter Weg. Eine Möglichkeit, die Geschwindigkeit tatsächlich zu beeinflussen, sind bauliche Maßnahmen. Im benachbarten Riege werden in einer Tempo-30-Zone beispielsweise Bodenschwellen eingesetzt: Fahrzeuge müssen dort ihre Geschwindigkeit unmittelbar reduzieren, statt lediglich durch ein Verkehrsschild dazu aufgefordert zu werden.

Die Bürgerinitiative fordert nicht, dieses Beispiel ungeprüft auf den Lippstädter Weg zu übertragen. Es zeigt jedoch, dass geschwindigkeitsdämpfende bauliche Lösungen existieren und unterschiedliche Varianten für unsere Straße fachlich geprüft werden sollten.

Und der Linienbus?

Der Linienbus ist ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und muss bei jeder baulichen Lösung berücksichtigt werden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung ausgeschlossen sind.

Bodenschwellen und andere bauliche Elemente gibt es in unterschiedlichen Bauformen, Höhen, Längen und Übergangsprofilen. Entscheidend ist daher nicht die pauschale Frage, ob Verkehrsberuhigung trotz Busverkehr möglich ist, sondern welche Ausführung für den Lippstädter Weg geeignet sein könnte.

Eine fachliche Planung müsste unter anderem Fahrkomfort, Fahrzeugtypen, Rettungsverkehr, Lärmentwicklung und die notwendige Geschwindigkeitsreduzierung gegeneinander abwägen. Neben klassischen Bodenschwellen kommen deshalb auch andere bauliche Varianten infrage. Das Foto zeigt ausschließlich ein praktisches Beispiel aus einer Tempo-30-Zone; ob diese konkrete Ausführung für den Lippstädter Weg und den dortigen Linienbusverkehr geeignet wäre, ist nicht geprüft.

Bodenschwelle zur Geschwindigkeitsreduzierung in einer Tempo-30-Zone in Riege
Beispiel aus Riege: Eine Bodenschwelle in einer Tempo-30-Zone zwingt Fahrzeuge zu einer deutlichen Geschwindigkeitsreduzierung.
Der Linienbus ist ein Planungsfaktor – aber kein Grund, wirksame Verkehrsberuhigung von vornherein auszuschließen.
Prüfposition der Bürgerinitiative

Woran Erfolg erkennbar wäre

Eine Maßnahme braucht messbare Ziele

Die Initiative schlägt vor, den Erfolg nicht nach Eindruck, sondern anhand klarer Kennzahlen zu beurteilen.

A

Weniger Fahrzeuge

Die tägliche Verkehrsmenge und besonders die Spitzenstunden müssen sinken.

B

Niedrigerer V85-Wert

Der typische schnelle Verkehr soll sich deutlich an Tempo 30 annähern.

C

Weniger Durchfahrten

Zwei-Punkt-Beobachtungen können zeigen, ob Abkürzungsfahrten zurückgehen.

D

Mehr Sicherheit

Weniger kritische Begegnungen für Kinder, Fußgänger und Radfahrer.

Unsere Haltung

Es geht nicht gegen Mobilität

Es geht um Rücksicht, Sicherheit und Verlässlichkeit.

Eine Anliegerstraße ist ein Versprechen an die Menschen, die dort leben. Wenn Beschilderung, Tempo 30 und Fahrbahnverengungen über Jahre nicht ausreichen, muss das Konzept verbessert werden – statt das Problem immer wieder nur neu zu vermessen.

Die Forderungen sind deshalb bewusst lösungsorientiert. Sie lassen Raum für fachlich bessere Varianten, verlangen aber eine überprüfbare Wirkung.

Eine Maßnahme ist nicht deshalb erfolgreich, weil sie beschlossen oder gebaut wurde. Sie ist erfolgreich, wenn sie das Problem nachweisbar löst.
Leitgedanke der Bürgerinitiative

Nachvollziehbar entscheiden

Alle Daten und Originalunterlagen stehen bereit

Die Forderungen lassen sich anhand amtlicher Messungen, Anwohnerbeobachtungen, Fotos, Planunterlagen und Presseberichten prüfen.